Dienstag, 10. April 2007

Kleine Welt

Nachdem ich ja jetzt schon eine Weile auf dieser Insel bin, hab ich mittlerweile auch ein bisschen die Übersicht bekommen und fange langsam an mich ein wenig auszukennen. Manche Dinge sind aber trotz allem einfach sehr seltsam und anders. Neulich hab ich diese Karte gefunden, die die Welt mit ihren Antipoden überlagert, dabei habe ich festgestellt, dass Wellington genau gegenüber von Salamanca liegt - wo ich auch mal drei Monate lang gelebt hab - und das einfach verdammt viel Kontinente auf der Nordhalbkugel liegen. Ist aber irgendwie eine sehr interessante Karte.




Andere Sachen die einem als Mitteleuropäer hier auffallen, ist zum Beispiel die Tatsache, das es einfach verdammt viel Platz hat. Ich bin gestern vier Stunden lang gefahren, auf dem Highway Nr 2 (also der zweitwichtigsten Straße im Land) und es hat viel Verkehr gehabt - so die Kiwis. Viel Verkehr? Das nenne ich keinen Verkehr, was da los war. Und auf dem Weg gab es vielleicht 1,5 größere Ansiedlungen, die man als Stadt verkaufen kann. Ansonsten einfach nur plattes Land. Die eigentliche Größe der Insel konnte ich am Freitag ausmachen, vom Mt Kaweka (1700m), auf dem wir Mittagspause machten, hatte man grandiose Fernsicht. Nach Westen hin den Pazifischen Ozean und nach Osten mehrere Höhenzüge und am Horizont Mt Ruapehu (den Vulkan mit den Gletschern). Vom Mt Ruapehu wiederum, konnte man Mt Taranaki sehen, und der ist auf einer Halbinsel im Osten der Nordinsel. Diese ganze Größen sind also immer relativ zu sehen. Daneben gibt es ja hier auch nicht so viele Leute (genaugenommen nur 3,5 Mio. - das sind erschreckend wenig. Die fragen sich übrigens, wie wir 80 Mio. Deutsche in das kleine Land passen, ob wir stapeln würden.

Dass es hier nicht so viele Leute gibt und jeder jeden kennt, wie in einem Dorf, kann man fast täglich erleben: Wir haben neulich einen neuen Mitbewohner gesucht und es stellt sich heraus, das eine der Bewerberinnen die gleiche Sportlehrerin wie eine Mitbewohnerin von mir hat. Oder: Wir sitzen am Sonntabend, mitten in der Wildniss, weit weg von allem in einer Thermalquelle und kochen unsere lädierten Knochen aus, und da stellt sich heraus, das eine aus der anderen Gruppe, die mit uns in der Dunkelheit sitzt, eine alte Freundin von einer aus unserer Gruppe ist. Oder: Ich lese gerade ein Buch über die Geschichte Neuseelands, da erzählt mir Rachel - eine meine Mitbewohnerinnen, als sie das Buch sieht, das die Tochter des Autors eine gute Freundin von ihr ist. Mann könnte das unheimlich finden, wenn man die Zahlen nicht kennt.